Musikindustrie Expertengruppe
Urheberrecht, Verwertungsrecht, Copyright, GEMA, GVU, CELAS, GVL, bei Berichterstattungen zum Thema Musik stolpert man unweigerlich über diese und noch weitere Abkürzungen und Begriffe.
Problematisch dabei ist, dass nur wenige Menschen auch verstehen, was es damit genau auf sich hat. Oft werfen Artikel zu solchen Themen mehr Fragen auf als sie beantworten.
Dies gilt im Übrigen nicht nur für Hobbyjournalisten die ihre Texte im Netz veröffentlichen, sondern auch häufig für Berichte aus kommerziellen Medien. Nur wenige Fachautoren können diese Begriffe korrekt einordnen und in den richtigen Zusammenhang bringen. Aber nicht nur Berichterstattern wird die Weitsicht durch diesen undurchsichtigen Dschungel genommen, auch diejenigen, um deren Produkte es dabei geht, nämlich die Musiker, wissen oft bei diesen Themen nicht ausreichend Bescheid.
Aufgefallen ist mir dies zunächst bei mir selber (nicht zuletzt durch diese laufende Dikussion). Obwohl ich mich selber seit sehr vielen Jahren intensiv mit Musik und allem was damit zusammenhängt beschäftige, stoße ich regelmäßig an meine Grenzen wenn es darum geht aktuelle Berichte zum Thema in korrekte Zusammenhänge zu bringen. Frage ich dann andere Personen, einschließlich Musiker und Labelmacher, stelle ich fest, dass es diesen oft ähnlich geht. Das ist auch mit ein Grund dafür, dass es wohl kaum Themen gibt, über die so viele Halbweisheiten verbreitet werden wie bei den oben genannten.
Was ich damit sagen will? Das was ich dazu gesagt habe! Und das sollte man sich bei all den hitzigen und rechthaberischen Diskussionen zu dem Thema immer wieder mal vor Augen führen.
Für umfassende und verständlich erklärte Aufklärung könnte und sollte sich die Musikindustrie zuständig fühlen. Dies wäre alleine schon aus Eigeninteresse notwendig, um die vielen falschen Artikel und Behauptungen zu korrigieren, und somit ein wenig Imagepflege zu betreiben.
Man könnte sich zum Beispiel überlegen, eine Expertengruppe (keine Marketinggruppe!) zu diesen Themen ins Leben zu rufen, die aus verschiedenen Fachleuten aus allen betroffenen Bereichen besteht. Große und kleine Labelmacher, unabhängige Urheberrechtsexperten, GEMA / GVL Beauftragte, Fachjournalisten, Medienprofis, usw., könnten auf einer eigens eingerichteten Website versuchen, alle angesprochenen Themen zu beleuchten und somit Licht ins Dunkel zu bringen. Dies wäre dann auch eine geeignete Anlaufstelle für Diskussionen, Fragen und Antworten, und nicht zuletzt könnten dort gemeinsam mit interessierten Konsumenten neue Wege und künftige Veränderungen diskutiert werden.
Ich zumindest fände eine solche Anlaufstelle sehr hilfreich, wenn sie mit entsprechenden Geldern und Manpower ausgestattet wäre, um diese Themen von allen Seiten umfassend und vor allem engagiert und verständlich zu betreuen. Ehrlich gesagt fände ich ein solches Projekt nicht nur sehr hilfreich, sondern eigentlich sogar längst überfällig.