Von Musik 2.0 und der Zukunft der Musikindustrie
Seitdem es möglich ist Musik digital zu speichern, hat die Musikindustrie (MI) ein immer größer werdendes Problem.
Anfänglich freute man sich in den Chefetagen noch über die neuen technischen Möglichkeiten, und selbstverständlich verkaufte man den stolzen Besitzern von diesen brandneuen CD Playern, gerne noch einmal alle bereits im Schallplattenformat vorhandenen Alben auf den neuen kleinen Silberscheiben namens CD.
Die Gewinne waren traumhaft, der Musikindustrie (MI) ging es blendend. Aber nicht nur die MI freute sich über den neuen Geldsegen, auch die Hersteller von Hardware hatten allen Grund zur Freude. Bald gab es fast keinen Haushalt mehr, in dem nicht mindestens ein CD-Player stand, kein PC mehr ohne CD-ROM oder CDRW-Laufwerk. Sehr bald war es dann sogar möglich diese kleinen Scheiben einfach zu kopieren, und im Freundeskreis vervielfältigte man begeistert Musik füreinander, und brannte der Liebsten exklusive Mixe auf den neuen Silberlingen. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Welt der damals mächtigen MI noch in Ordnung und auch die Konsumenten hatten soweit keine Probleme.
Dann gab es plötzlich ein neues Format, welches die Musik auf Festplatten verlegte, und somit auch in das sich immer rasanter entwickelnde Internet. MP3 wurde für jedermann unkompliziert nutzbar. Wo man vorher eine kopierte CD mit Freunden tauschte, war es nun möglich Musik über das Internet mit der ganzen Welt zu tauschen. Anwendungen zu diesem Zweck ließen nicht lange auf sich warten, die Tauschbörsen waren geboren. Und somit auch die mit Abstand größte Krise der Musikindustrie, wobei die Betonung ganz klar auf „Industrie“ liegt.
Und jetzt?
Wenn man sich aus heutiger Sicht die Musikindustrie anschaut, dann muss man sich fragen, ob diese einst so mächtige Maschinerie in wenigen Jahren überhaupt noch existiert. Zumindest in der uns bekannten Form wird dies mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr der Fall sein. Die MI beginnt sich selber aufzulösen und dieser Prozess wird vor allem im Internet mit völlig unterschiedlichen Meinungen intensiv begleitet.
Für diejenigen, die Musik in erster Linie auf Dateiebene konsumieren, hat sich der materielle Wert von Musik drastisch verändert. Dateien, die man ohne qualitative Verluste beliebig oft kopieren und verteilen kann, haben für die meisten Konsumenten verständlicherweise nicht mehr den gleichen Wert wie eine gekaufte CD oder Schallplatte. Für viele haben solche Dateien sogar gar keinen materiellen Wert mehr, weshalb diese Personen sich dann auch kostenlos mit Musikdateien eindecken. Sie tun dies auch, weil sie es können, weil es funktioniert. Zu jeder Zeit.
Selbstverständlich kann man das Nutzen solcher Angebote auch anders und detaillierter begründen. Pee Wee Vignold spricht in seinem sehr guten Artikel (via Falk Merten) zum Beispiel davon, dass Tauschbörsen auch deshalb so stark genutzt werden, weil dort Neuerscheinungen schon weit vor offiziellem Erscheinungsdatum erhältlich wären. Er schreibt: “… und Fans sind für eins bekannt: sie können nicht warten“, womit er absolut Recht hat.
Nur um es kurz vorweg zu nehmen: Ich bin kein großer Freund derjenigen Webschreihälse, die nicht müde werden diverse Arten von urheberrechtlich geschützten und kostenlos angebotenen digitalen Kopien auf Teufel komm raus und sehr allgemein gesellschaftsfähig machen zu wollen, ohne sich weiterführende Gedanken zu dem Thema zu machen. Das sind diejenigen, die meinen, man solle eine Art von Tauschbörsenkultur als gegeben hinnehmen, weil sie eben da wäre, und dafür gefälligst irgendein Geschäftsmodell entwickeln. Prinzipiell haben diese Menschen nicht Unrecht, allerdings fordern sie meist „irgendein Geschäftsmodell“, ohne genau zu beschreiben wie dieses aussehen sollte, und machen es sich auf diese Weise sehr leicht.
Das nicht Vorhandensein eines solchen Geschäftsmodells wird dann auch gerne als moralische Rechtfertigung gesehen, sich dauerhaft und ausschließlich über Tauschbörsen und/oder One Klick Hostern kostenlos mit Musikdateien zu versorgen.
Und sind wir mal ehrlich, der leicht verharmlosende Begriff „Tauschbörse“ gibt heutzutage auch nicht mehr korrekt das wieder, was dort hauptsächlich geschieht. Es läuft nicht nach dem Motto „Gib Du mir AC DC Highway to Hell, dann kriegst Du von mir Soundgarden mit Black Hole Sun“. Es werden im großen Stil alle nur erdenklichen kompletten Alben angeboten, teilweise schon lange vor offiziellem Veröffentlichungstermin, und der Großteil der Nutzer solcher Angebote ist hier auch nicht zum geselligen tauschen unterwegs, sondern sieht diese Plattformen eher als kostenlosen Selbstbedienungsladen.
In gewisser Weise ist diese Ansicht sogar verständlich, denn es ist verführerisch problemlos möglich, sich dauerhaft mit absolut individueller Musik zu versorgen, ohne auch nur ein einziges Album kaufen zu müssen. Musik hat somit für viele Nutzer solcher Angebote einen Wert von exakt 0,00 Euro. Wenn man sich das vor Augen führt, und darüber hinaus etwas Einblicke in den Entstehungsprozess von Musik hat, dann ist diese Tatsache schon sehr traurig. Wie hier mit Produkten umgegangen wird, die unter hohem Zeit- und Kostenaufwand entstanden sind, und in den meisten Fällen voller Herzblut stecken, ist nicht fair.
Denn würden Kunden, um mal ein wirklich dummes Beispiel zu nennen, ihren kleinen Lieblingsweinhändler um die Ecke permanent beklauen, dann würde dieser über kurz oder lang seinen Laden dicht machen müssen. Den netten Lieblingsweinhändler um die Ecke wird es dann nicht mehr geben und ein Stück eigene Lebensqualität wäre flöten.
Ähnliches wird mit einzelnen Bands passieren, ich bin mir sogar sicher, dass komplette Musikgenres auf Dauer nicht mehr existieren werden, wenn das kostenlose verbreiten urheberrechtlich geschützter digitaler Kopien weiter so rasant zunimmt ohne einen entsprechenden finanziellen Ausgleich für die Künstler zu schaffen, und somit die ohnehin schon niedrigen Umsätze im Musikbusiness weiter weg brechen.
Was derzeit fehlt, ist das Bindeglied zwischen Musikindustrie und Konsumenten. Die MI sieht ihr Ende nahen und versucht mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen das Verbreiten nicht legaler Musikdateien vorzugehen, während die Kunden das einen feuchten Dreck schert und sich weiterhin kräftig mit für sie kostenloser Musik eindecken. Bricht auf einer Seite ein solches Angebot weg, entstehen auf anderen Seiten dafür zwei Neue.
Fast noch schlimmer als dieses Verhalten ist die Tatsache, dass die Konsumenten jede Gelegenheit nutzen kräftig auf die „böse“ MI zu schimpfen, während die MI selber nichts Besseres zu tun hat, als ihre Kundschaft durch vermeintliche „Aufklärungsarbeit“ in die Nähe von Schwerverbrechern zu rücken. Es ist kein gutes Verhältnis was zwischen Kunden und der MI herrscht.
Klar ist derzeit nur, dass sich beim Thema Musikvermarktung etwas ändern muss. Was sich an welcher Stelle wie ändern muss, damit sowohl Musiker, Musikschaffende als auch Medien, Konsumenten und Fans auch in Zukunft gut leben können und sich nicht gegenseitig beschimpfen und behindern, das ist bislang eine noch nicht beantwortete Frage.
Auch dieser Artikel wird diese Frage nicht klären können, sonst stände er nicht an dieser Stelle. Es wäre sehr vermessen anzunehmen, dass eine einzelne Person auch nur annähernd Licht in dieses Dunkel bringen könnte. Ein solches neues Geschäftsmodell der Musikindustrie (MI) lässt sich nur gemeinsam mit ausreichend Kreativität und ohne gegenseitige Schuldzuweisungen klären. Leider sind derzeit weder die Konsumenten und Fans, noch die MI dazu in der Lage.
Wenn eine Band, unter welchen Umständen und Label/Bandkonstellationen auch immer, sich dazu entschließt, ihr Produkt zu verkaufen anstatt es zu verschenken, dann ist dies in erster Linie erst mal zu akzeptieren. Tut man das nicht und beschafft sich deren Werke dauerhaft auf illegalem Wege ohne den jeweiligen Künstler auf irgendeine Art dafür zu entlohnen, dann ist dies als Diebstahl zu bezeichnen und deutet auf den absolut mangelnden Respekt vor schöpferischer Arbeit und geistigem Eigentum hin. Und nicht nur das, es deutet auch auf den mangelnden Respekt vor der Persönlichkeit, dem Leben und den Einkommensverhältnissen anderer Menschen hin. Man könnte es auch kurz und knapp als asozial bezeichnen. Menschen, die man mindestens für ihr Produkt liebt, zu beklauen, ist sogar noch mehr als asozial. Immerhin geht es bei Musik um wesentlich mehr als um eine einfache Datei, es geht um Emotionen und um Charakter.
Gelegentlich konnte man in der Vergangenheit übrigens Contentpublizierer im Internet beobachten, die sich für eben solche „Raubkopien“ stark machen, aber schnell nach Mutti kreischen wenn sich ein böser Webworker mittels Syndizierung oder einfachem Copy and Paste Verfahren ihrer eigenen Inhalte ermächtigt. Ernst zu nehmen sind solche ambivalenten Persönlichkeiten nicht, aber sie generieren als selbst ernannte Visionäre eben doch eine gewisse Aufmerksamkeit im Netz. Schnell stimmt dann der Chor der „Freibiergesichter“ ein und schon fühlen sich diese Menschen bestätigt und sehen sich als Visionäre einer Sache, die derzeit leider keine Visionen mehr hat.
Es sind letztlich immer wieder die gleichen Personen, die in einer ständigen Repeatschleife das (ich kann es wirklich nicht mehr lesen) Radiohead und NIN Konzept hervorheben, und dies als beispielhaftes Modell auf die komplette Musikindustrie übertragen.
Dass dies aber eben ganz genau nur für die jeweilige Band funktioniert, die im Übrigen ihre finanziellen Schäfchen schon lange im Trockenen hat und sich aus diesem Grunde solche Versuche erlauben kann, will der kleine „Experte“ partout nicht einsehen. Es ist müßig hier nun die vielen Hunderttausende Gegenbeispiele zu erörtern, in denen genau dies eben nicht funktionieren wird. Aber das ist natürlich nicht so interessant und populär.
Es mag sein, dass sich dies für einige nun in erster Linie nach Moralapostel und weißen Westenweisheiten anhört. Das soll es aber gar nicht. Es geht hier nicht um einzelne Personen, sondern es geht um ein Gesamtkonzept, welches sehr sorgfältig durchdacht und erarbeitet werden muss. Vielleicht müssen auch erst unterschiedliche Modelle der Vermarktung von Musik in der Praxis getestet werden um zu erfahren, welches davon längerfristig das geeignete ist. Es geht also auch um Mut zur Veränderung und um die Bereitschaft Fehler zu machen, hinzufallen und wieder aufzustehen.
Und ganz besonders geht es darum Werte zu erhalten, und ein Bewusstsein für diese Werte zu schaffen. Denn sobald ein Produkt als wertlos angesehen wird, lässt sich damit kein Geld mehr verdienen.
Was sollte sich ändern?
Würde ich das wissen, wäre ich sehr froh. Ein paar eigene Gedanken macht man sich, als jemand für den Musik sehr viel mehr bedeutet als das Radio einzuschalten, aber schon.
Die Musikindustrie darf sich nicht mehr selber als allmächtige Instanz begreifen, die unfehlbar ihrer Wege geht, und sich bei der Bundeskanzlerin beschwert, wenn nicht alles so läuft wie man sich das in den Chefetagen vorstellt. Denn so laufen, wie es in den eigenen veralteten Vorstellungen ideal wäre, wird es nie wieder.
Es muss begriffen werden, dass wir nicht mehr in den 80er Jahren leben und es massive Veränderungen im Nutzerverhalten gegeben hat. Auch die Ansprüche an Musikprodukte haben sich drastisch verändert. An dieser Stelle muss die MI wahrscheinlich am ehesten ansetzen, damit sie dem Kunden geben kann, was er will.
Außerdem ist es nun wichtig, das gesamte Thema neu zu überdenken, auch völlig abwegige Ideen mit einzubeziehen und so zu tun, als fange man noch einmal von vorne an, denn in Bezug auf digitale Kopien tut man genau das. Man steht ganz am Anfang einer Entwicklung. Eine Entwicklung, die die Musikindustrie übrigens aus eigener Kraft eingeleitet hat, und an der sie anfänglich sehr gut verdient hat.
Dies wird allerdings nur im intensiven Kontext mit den Konsumenten und Fans geschehen können, denn ein solcher Austausch wird die Grundlage neuer Modelle sein.
Aber wie soll man nun eine solche Kommunikation anstoßen, wo doch die Fronten so verhärtet scheinen?
Zunächst muss die pauschale Kriminalisierung von Fans und Konsumenten aufhören, und zwar sofort. Nur wenn die MI es vorerst einmal grundlegend akzeptiert, dass es Downloads gibt und weiterhin geben wird, auch wenn diese nicht legal sein mögen, kann eine solche Kriminalisierung eingestellt werden.
Aber nicht nur die MI muss sich massiv bewegen, dies müssen auch die Konsumenten und Kritiker.
Es reicht an dieser Stelle nicht, pauschal und meistens ohne jegliche Verbesserungsvorschläge verbal auf die MI einzudreschen, es müssen neue Anregungen, Ideen und Vorschläge her. Das derzeitige Dilemma löst man mit großer Sicherheit nur gemeinsam, also mit der MI, mit den Musikern und mit den Konsumenten und Fans.
Auch muss eingesehen werden, dass es keine für alle pauschal funktionierende Lösung geben wird. Eine solche Lösung wird immer individuell sein, und bis auf Bandebene herunter gebrochen werden müssen. Was für Band A gut funktioniert, könnte für Band B den finanziellen Ruin bedeuten. Gleiches gilt für kleinere Labels.
Leider passiert zurzeit das genaue Gegenteil. Eine wenige Musiker entfernen sich vollständig von der MI, die MI entfernt sich von ihren Kunden, und den Kunden ist so ziemlich alles egal, solange sie kostenlos an ihre Downloads kommen. Mit dieser Situation wird sich keine Lösung finden lassen.
Dass die Fronten hier extrem verhärtet scheinen, und oft unfair agiert wird, sieht man auch besonders schön an einigen Reaktionen auf den offenen Brief zum Tage des geistigen Eigentums einiger Kunstschaffender und Musiker an unsere Bundeskanzlerin. Obwohl dieser Brief im Großen und Ganzen Richtiges fordert, nämlich, dass man gemeinsam mit den Verbrauchern ein Verfahren zum fairen Ausgleich der Interessen aller Beteiligter entwickelt. (Die in diesem Brief erwähnten Internetprovider überlesen wir an dieser Stelle großzügig, da es sich hier offensichtlich um großen Schwachsinn handelt. Das Straßen- und Verkehrsamt springt nun mal auch nicht regulierend bei Autodiebstählen ein.)
Klar, man kann irgendwo nachvollziehen, dass es auf den ersten Blick ein wenig albern erscheinen könnte, wenn sich ausgerechnet unterzeichnende Künstler wie Herbert Grönemeyer, Rosenstolz oder Peter Maffay Sorgen um ihren durch böse „Raubkopierer“ gefährdeten Lebensunterhalt machen, aber so ist es auf den zweiten Blick eben nicht zu verstehen. Denn es gibt es eine große Menge an Nichtunterzeichnern, die sich im Gegensatz zu einigen Unterzeichnenden wirklich Sorgen um ihre künstlerische Zukunft machen, oder in naher Zukunft machen müssen. Das ist eine Tatsache und erstreckt sich über alle Künstler, deren Kunst im Internet digital abbildbar und darüber anerkannt konsumierbar ist.
Pop- oder Rockmusik steht, im Gegensatz zu anderen Künsten, nicht unter staatlicher Förderung und ist mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Hier kann und will man sich nicht auf den Staat stützen, und sollte dies dann auch nicht tun, wenn es mal etwas unbehaglicher wird.
Es muss also in Sachen Umgang mit dem Urheberrecht in der Tat etwas geschehen, und dass man darüber auf beiden Seiten intensiv nachdenkt, will dieser Brief hoffentlich erreichen. Es wird innerhalb dieses offenen Briefes nichts gefordert, was die Mauern in den Köpfen wachsen lassen würde. Es wird auch nicht mit dem Finger auf die bösen Raubkopierer gezeigt und niemand stimmt das lächerliche Lied von „noch 4 mal singen“ an.
Wobei ich gerne zugebe, dass man sich seitens der Autoren dieses Briefes den dubiosen Hinweis auf die beiden Länder Frankreich und England hätte sparen können, denn dort zeichnet sich eben genau nicht ab, dass man gemeinsam mit den Verbrauchern ein Verfahren zum fairen Ausgleich der Interessen aller Beteiligter entwickelt. Aber okay, innerhalb dieser Thematik kann und wird man es ohnehin niemals allen Recht machen können, jede Aktion und jedes Wort wird sofort auf die berühmte Goldwaage gelegt und man schießt lieber als Erster zweimal aus der Hüfte bevor man anfängt einmal nachzudenken. In dieser Beziehung unterscheiden sich Musikindustrie sowie Fans und Verbraucher nicht besonders stark voneinander.
Wie man sieht, schreibe ich über diesen offenen Brief etwas ambivalent. Das liegt daran, dass mir dieser Brief als Aktion gefallen hat, ich aber inhaltlich nicht immer derselben Meinung bin wie die Unterzeichner. Ich finde es prinzipiell gut, dass man seitens der Künstler mit diesem Thema nun langsam an die Öffentlichkeit geht. Auf diese Weise werden einige Menschen zum ersten Mal auf diese Problematik aufmerksam und fangen an darüber nachzudenken. So entstehen dann die wichtigen Debatten zu diesem komplexen Thema. Diese Künstler hätten ihre Bedenken auch nicht öffentliche an die Politik herantragen können, so wie es wahrscheinlich der Normalfall ist.
Andererseits ist es aber so, dass unsere Bundeskanzlerin diesen Brief mit hoher Wahrscheinlichkeit völlig falsch interpretiert und sich dazu aufgefordert sieht, mit verschärfter Überwachung und Verfolgung gegen Tauschbörsennutzer vorzugehen.
Weiterhin ist es ein Zeugnis von geistiger Umnachtung, wenn man seitens dieser Künstler meint, die Politik könne dafür sorgen, dass ihre Umsätze wieder steigen. Wenn man der Realität nicht ins Gesicht sehen kann, wenn man tatsächlich meint man mache mit völlig veralteten Geschäftsmodellen alles richtig, und wenn man weiterhin annimmt, die Politik würde einem helfen mit diesem nicht mehr zeitgemäßen Vorgehen weiter erfolgreich sein zu können, dann hat man eventuell wirklich nichts anderes verdient als den finanziellen Ruin.
Aber das wiederum, ist viel zu allgemein, als das man dies so stehen lassen könnte und tut vielen Tausenden Künstlern Unrecht. Die Schuld an Umsatzeinbusen sollte man nicht zuerst bei den Kunden oder der Politik sehen, sondern bei sich selber und den angebotenen Produkten.
In den meisten dieser Fälle sind Eigenverantwortung und Kreativität die Zauberworte mit denen man weiter nach vorne kommt, als mit den Worten Bundeskanzlerin und Urheberrecht.
Und die Musiker?
Musiker wollen in erster Linie Musik machen und es muss ein funktionierendes Umfeld geschaffen werden, worin sie genau dies auch tun können. Und zwar nicht nur im Hobbykeller, sondern eben auch auf hohem Niveau, sofern dies gewünscht ist.
Man darf diesen Musikern nicht schon im Vorfeld diese Möglichkeiten nehmen und ihnen vor allen Dingen die Grundlage für ihre Arbeit entziehen. Denn sonst passiert eben genau das, was wir ganz bestimmt nicht wollen. Und zwar, dass die Bohlens und Madonnas dieser Erde aus einer in den Hochzeiten der Musikindustrie gesicherten Existenz heraus weiterhin wie am Fließband produzieren können, während weniger bekannten Künstlern genau diese Chance der Produktion genommen wird. Das wäre nicht das, was man eine vielfältige Musikkulturszene nennen könnte. Und auf eine vielfältige Kulturszene sind doch die Politiker in diesem Lande häufig besonders stolz.
Womit wird zurzeit Geld verdient, wenn Tonträger oder Downloads keine ausreichenden Umsätze mehr generieren?
Es gibt mittlerweile nicht wenige Tonträger, die, wenn überhaupt, gerade mal die Produktionskosten über den Verkauf einspielen. Also werden die Umsätze auf einem anderen Gebiet generiert. Dieses andere Gebiet heißt zurzeit Konzerte.
Um hier die weg brechenden Umsätze des Verkaufs von Tonträgern auszugleichen, passieren zwei Dinge. Zum einen werden die Eintrittpreise von Konzerten immer teurer und zum anderen müssen Musiker wesentlich häufiger Konzerte spielen als früher.
In dieser Praxis aber nun das zukünftige Modell der MI zu sehen wäre mehr als falsch. Denn aufgrund des oben genannten Vorgehens und der hohen Eintrittspreise wird es passieren, dass es zukünftig Luxus sein wird Konzerte zu besuchen. Und genau diesen Luxus kann man sich eben nicht sehr häufig leisten. Also werden auch an dieser Stelle auf kurz oder lang die Einnahmen weg brechen. Längerfristig ist also auch dies weder eine Lösung noch ein Zukunftsmodell.
Vor allem schließt genau dieses Vorgehen weniger bekannte Bands vollständig aus, was vielleicht das größte Problem dieser ganzen Entwicklung ist.
Denn wer sich mal intensiv mit noch weniger bekannten Bands beschäftigt hat, der wird wissen, dass solche Bands häufig eben keine ausreichenden Umsätze mit Konzerten generieren können. Das liegt zum einen an den Türdeals der einzelnen Clubs und zum anderen an dem fehlenden Interesse an solchen Konzerten. Nicht selten steht man auf solch kleinen Konzerten mit 30 weiteren Besuchern ziemlich alleine im kalten Club. Jeder Clubbetreiber weiß auch, dass er mit einem Discoabend wesentlich mehr Einnahmen generiert als mit einem solchen Konzert. Und dies sogar mit wesentlich weniger Aufwand.
Also noch einmal, die Idee, dass künftig Musik im wesentlichen kostenlos sein muss, weil die Einnahmen eben über Konzerte generiert werden, ist kein geeignetes Modell für die Zukunft, da hier junge, noch weitestgehend unbekannte Bands ausgeschlossen werden (Gleiches gilt im Übrigen für Merchandising). Außerdem werden, wie bereits erwähnt, solche Konzerteinnahmen abnehmen, da die Eintrittspreise ganz einfach zu hoch sind. Ein Besucher muss sich dann überlegen ob er zu Konzert A oder zu Konzert B gehen soll. Früher wäre dieser Besucher zu Konzert A, B und sogar noch zu Konzert C gegangen, und hätte sich auf allen drei Konzerten noch jeweils eine CD und ein T-Shirt gekauft. Diese Zeiten sind leider vorbei.
Soweit so gut, eine funktionierende Lösung zwischen Konsumenten und MI haben wir also noch nicht. Was wir in der Öffentlichkeit haben, sind Anfeindungen, Anklagen, Prozesse und Beschimpfungen. Wobei von den Kritikern der MI gerne vergessen wird, und das ist eine Tatsache, dass es sehr viele Bands gibt, die ohne diese „böse Industrie“ im Rücken keinen einzigen hochwertigen Song für die Öffentlichkeit zugänglich machen könnten. Es reicht eben nicht, heutzutage ganz einfach nur Musik zu machen, wenn man Erfolg in Form von einem hohen Aufmerksamkeitsfaktor, und eventuell der Möglichkeit von seiner Kunst leben zu können haben möchte. Denn sonst ist man eine der vielen Bands, deren Songs außer im Proberaum lediglich noch auf dem Sommerfest des Kleingärtnervereins zu hören sind. Klar, vielen Bands reicht das, das ist völlig in Ordnung, aber um solche Bands geht es hier nicht.
Die berühmte Musikindustrie, über die permanent geschimpft wird, ist also nicht nur dann präsent, wenn es um Produkte aus den vorderen Verkaushitparadenplätzen geht. Selbst Bands ohne Label im Rücken haben unter Umständen schon Kontakt mit der MI, wenn sie ihr erstes Album in einem Studio aufnehmen. Man sollte also schon sehr genau wissen wen man meint, wenn man pauschal über die Musikindustrie schimpft.
Wie man sieht ist das ein schwieriges und komplexes Thema und eine für alle gut funktionierende Lösung ist aufgrund der unterschiedlichen Interessenslage beinahe ausgeschlossen. Trotzdem muss es auch in Zukunft für Bands möglich sein, Einnahmen durch den Verkauf von Musik zu erzielen, da eine alternative Einnahmequelle ganz einfach nicht immer vorhanden ist.
Die große Kunst wird es für Bands und Labels zukünftig sein, einen Bandlifestyle aufzubauen, der sowohl kostenlose Angebote bereithält, als auch eine Fanbasis aufzubauen oder zu erhalten, die bereit ist Geld für deren Kunst auszugeben. Dazu gehört auch, dass man nicht legale Downloads akzeptiert. Denn hat man sich als Band seinen Ruf erst einmal durch scharfes vorgehen gegen nicht autorisierte Downloads ruiniert, wird es sehr schwer werden die eigene Fanbasis aufrecht zu erhalten. Metallica zum Beispiel können davon ein Lied singen, wobei sie diese Kurve dann doch noch gemeistert haben. Aber nur knapp.
Es gilt die eigenen Fans zu hegen und zu pflegen, sie an sich heranzulassen und vor allem anständig und ehrlich mit Ihnen umzugehen, denn die Fans sind die eigentlichen Chefs derjenigen Musiker, die mit ihrer Musik Geld verdienen wollen. Fans alleine entscheiden ob ein Album gekauft wird und wie viel Wert es ist.
Es folgen ein paar lose Gedankengänge:
Die MI muss akzeptieren, dass die goldenen Zeiten der CD Verkäufe vorbei sind und auch nicht mehr wiederkommen. Diese Tatsache ist nicht zuletzt durch die MI selber begründet.
Die MI muss akzeptieren, dass es zukünftig dauerhaft nicht autorisierte Downloads geben wird. Diese sind gekommen und gehen nicht wieder weg.
Die MI muss neue Einkommensquellen schaffen. Dies passiert derzeit schon, muss aber noch weiter ausgebaut werden. Anstatt nur auf CD zu setzen muss sehr viel mehr Arbeit in das Downloadangebot investiert werden. Hier müssen die begehrtesten Formate angeboten werden, es müssen die unterschiedlichsten Qualitätsstufen angeboten werden (eventuell preislich gestaffelt) und es muss komplett auf DRM verzichtet werden.
Es müssen mehr exklusive Inhalte wie z.B. Konzertmitschnitte auf DVD, Blueray, usw. angeboten werden. Noch ist es so, dass bei solchen Produkten die “Raubkopien” bisher keine große Rolle spielen, denn das DVD Regal ist, abseits von Downloads, das neue CD Regal.
Es müssen sehr viel mehr Kaufanreize für Tonträger als auch für Downloads geboten werden. Zum einen durch eine Kostensenkung dieser Produkte und zum anderen durch exklusive Mehrwerte, wie Fanmaterial oder Verlosungen von Konzertickets.
Auflagen bestimmter exklusiver Produkte (die man schaffen muss) müssen künstlich limitiert werden, und können so zu einem deutlich höheren Liebhaberpreis angeboten werden. Hier könnte man spezielle Pressungen mit unterschiedlichem Zusatzmaterial, limitierten Layouts oder beigelegten Fanartikeln nennen, aber auch exklusive Veröffentlichungen auf z.B. USB Sticks im Banddesign werden von einigen Fans sicherlich gerne gekauft.
Der Mehrwert eines Kaufes gegenüber eines nicht autorisierten Downloads muss deutlich gemacht werden. Derzeit gib es einen solchen Mehrwert nämlich schlicht und einfach nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Die nicht legale Quelle bietet meist die besserer Qualität, sowie die begehrteren Formate zum Download als es die MI tut. Zudem finden Fans das gewünschte Album oft schon mehrere Wochen oder gar Monate vor offiziellem Release in den Tauschbörsen. Es ist dann so wie Pee Wee Vignold schreibt: „… und Fans sind für eins bekannt: sie können nicht warten“ (siehe oben).
Ich selber kenne keinen Fan einer Band, der darauf verzichten würde das lang ersehnte Album schon genau jetzt hören zu können, als erst in mehreren Wochen.
Kaufanreize einzelner Händler nach dem Prinzip, jeder Xte Download ist kostenlos. Bei Kauf automatische Teilnahme an Verlosungen von Konzerttickets, Fanmaterial, Bonusalben oder Tracks, sind einer weitere Möglichkeit Käufer zum Kauf zu animieren.
Obwohl viele der oben genannten Punkte bereits umgesetzt werden, gibt es mit Sicherheit noch sehr viel mehr Möglichkeiten neue Kaufanreize zu schaffen. Wenn die Produkte attraktiv sind und das Preis- Leistungsverhältnis stimmt, dann werden sie auch gekauft werden. Sehr wichtig wird es sein, Fans erfolgreich an die jeweiligen Bands binden zu können.
Das ewige, teils unfaire Gemeckere über die MI, bringt uns ohne konstruktive Verbesserungsvorschläge keinen Schritt weiter. Das Gegenteil ist der Fall.
Das Kriminalisieren der eigenen Kunden seitens der MI bringt uns nicht weiter und führt zu vorherigem Punkt minus „unfaire“.
Das derzeitige Vorgehen, dass die wegfallenden Einnahmen der CD Verkäufe durch mehr Konzerte mit teureren Eintrittspreisen aufgefangen werden, führt in eine Sackgasse und schließt die Zukunft der Musik, sprich junge noch unbekannte Bands, vollständig aus. Eintrittspreise für Konzerte müssen gesenkt werden.
Bei allen Überlegungen zu diesem Thema, darf eines niemals außer Acht gelassen werden. Im Zweifel müssen solche zukünftigen Modelle für jede einzelne Band angepasst und verändert werden. Erfolgsmodelle einzelner Bands kann man nicht auf beliebige andere Bands übertragen. Aus diesem Grunde wird sich die bisherige Labelarbeit auch grundlegend ändern müssen. Anstatt immer weniger zu tun, muss an dieser Stelle immer mehr getan werden.
Der Kunde wird immer mehr Wert auf die ihm gebotene Qualität des Produktes legen. Bietet man minderwertige Produkte oder gar Produkte in Formaten oder Bitraten an die man nicht nutzen möchte, werden diese Produkte boykotiert und man wird sich wieder dorthin wenden, wo man das gewünschte Material in dem Format bekommt welches man sucht. Und das sind die Tauschbörsen.
Kunden merken sich sehr genau, wie man sie behandelt. Besonders die Musikindustrie kann es sich derzeit als letztes leisten, ihre Kunden schlecht zu behandeln. Ist ein solcher Kunde erstmal in die Tauschbörsen abgewandert, wird er unter umständen nie mehr zurück kommen. Warum sollte er auch? Das wird es mit Sicherheit nicht sein, was die MI sich wünscht.
Zu guter Letzt wägt der Kunde heutzutage mehr denn je sorgfältig ab, für welche Produkte er bereit ist Geld auszugeben. Es wird also stark auf die gebotene musikalische Qualität ankommen, ob der Kunde sich dazu entscheidet Geld für ein Album auszugeben, das er eventuell auch kostenlos bekommen kann. Dies ist vielleicht sogar der Punkt, über den man sich für die Zukunft am meisten freuen kann. Songs mit einer „Haltbarkeit“ von 3 Hördurchläufen, werden es mit Sicherheit sehr schwer haben, finanzkräftige Fans zu mobilisieren. Längerfristig wird sich hier die qualitativ höherwertigere Musik durchsetzen. Und das ist gut so. Die minderwertigen Produkte können dann gerne verschenkt werden, da sie ohnehin oft von Produzenten stammen, die nicht mehr auf den letzten Euro angewiesen sind.
Keine der oben genannten Überlegungen ist neu. Aber als jemand der sich viel mit Musik beschäftigt, sind sie es für mich persönlich Wert aufgeschrieben zu werden. Es gibt mit Sicherheit noch viele weitere Ideen oder Meinungen, die für weiteren Diskussionsstoff sorgen können. Wer solche hat, sollte sie ebenfalls aufschreiben um damit zu dokumentieren, dass dieses Thema wichtig ist.
Ob und in welchem Maße sich die berühmte Musikindustrie von solchen Ausführungen beeinflussen lässt, werden wir sehen. Prinzipiell ist es sicherlich keine schlechte Idee, wenn man seine Kunden ernst nimmt und sie anhört. Oder ist der Kunde etwa nicht mehr König?
meint am 14. Mai 2008 um 22:35 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Ehrliche Antwort von mir auf diese rhetorische Frage: Er sollte es sein, ist es aber in den meisten Fällen, wenns um Musik geht, schlicht nicht mehr. Viele der Macher (übersetze: Label, Management, Produzenten etc. pp) haben verlernt zuzuhören. Oder nicht wirklich verstanden, wie das Netz im Speziellen tickt. Das sich grad hier - in der direkten Konfrontation - jeder Lapsus mehrfach rächt. Und dazu gehört nunmal das liebevoll von mir als tappsig umschriebene Vorgehen seit Napster. Vor allem finde ich den Drang, sich als Label in den Vordergrund rücken zu wollen - und sei es auch nur über die diversen Interessenvertretungen - schwer daneben, nachdem jahrzehntelang der Künstler im Vordergrund stand. Und genau dies nutzen nunmal Künstler wie Trent Reznor knallhart für ihre Zwecke aus. Den Fan interessiert nicht, obs EMI schlecht geht, sondern wie cool die nächste Single vom Meister ist. Und genau an dem Punkt müssen selbst Indies passen und verfallen in einen kontraproduktiven Aktionismus. Dabei war und ist ein langfristig angelegtes Konzept von und mit Künstler durchaus mach- und denkbar. Man muss es nur tun ;)
meint am 14. Mai 2008 um 22:51 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Na klar. Aber wenn der eigene Meister eben nicht Trent Reznor heisst, dann könnte es bald sein, dass die Frage nicht lautet wie cool die nächste Single ist, sondern ob es überhaupt noch eine geben wird. Fans sind nicht blöd.
meint am 14. Mai 2008 um 23:17 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Ich trenn dann aber doch - einerseits hast du den Fan, der es auch kauft, selbst wenn es etwas geschenkt gibt. Dann hast du die klassischen CD-Hörer, die keine MP3 wollen. Dann den iTunes-User, den die MP3 für lau auch nicht jucken, solang er seine AAC im Shop findet usw. usw. Will sagen, der imho größte Fehler ist, eine homogene Käufermasse anzunehmen, die in der Form eben nicht existiert. Und genau darin besteht die Kunst eines Labels, diese Fanbindung der Künstler zu begleiten und zu unterstützen - mal von dem finanziellen völlig ab. Denn von Musik leben, so daß auch eine angeschlossene Industrie von existieren kann, können nur die wenigstens Bands und Künstler. Ergo - ist doch die primäre Aufgabe grad für die kleinen Labels vorerst für die Verbreitung zu sorgen und sich dann zu bemühen, eben jene Fanbindung zum Künstler zu schaffen und ständig aktiv zu halten. Das dies mit einem klassischen Label nichts mehr zu tun hat, ist mir dann aber auch bewußt. Und wenn nicht im direkten Dialog mit dem Fan kann man ihm den ganzen Kram nahebringe, daß sich Musik eben nicht für lau produziert und verbreitet?
meint am 14. Mai 2008 um 23:44 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
@Falk Merten: Das sehe ich sehr ähnlich. Alle Nutzerschichten müssen angesprochen werden, die Fanbindung muss geschaffen und gepflegt werden, usw.
Das dies aber auch alles Geld kostet, sollte auch klar sein und transparent gemacht werden.
Klar gibt es immer Leute denen alle egal ist, die wird es auch weiterhin geben. Aber es gibt eben auch imme mehr Menschen, die sich intensiv mit einem Produkt auseinandersetzen. Besonders im Musik Bereich ist das nicht unüblich. Als Fan sowieso nicht. Da muss man sehr viel mehr als bisher für Transparenz sorgen.
meint am 15. Mai 2008 um 17:35 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Hi francis,
netter Artikel. Etwas lang zwar, aber durchaus in dem Bestreben geschieben, eine neutrale sichtweise einzunhemen, und das ist derzeit extrem selten.
Ich selbst stamme aus dem Lager der Musikindustrie und kann nur unterstreichen, dass es an konstruktivem Dialog zwischen der Parteien fehlt. Aber man muss dazu auch mal einige Umstände realisieren, zum Beispiel, dass die angebliche Rechtfertigungen der Nutzer sich Inhalte im Internet einfach mal eben anzueignen, angefacht wird durch Medien die ihren Lesern gerne nach dem Mund reden, wie zum beispiel einem halben dutzend organen der Computerpresse, die tortz unbestrittener Illegalität seit Jahren Tauschbörsen und andere fragwürdige Infrastrukturen hochjubeln.
Darüber hinaus sehen die Partreien in diesem Diskurs wie folgt aus.
Musikindustrie, ca. 15.000 Arbeitsplätze verteilt auf ca. 1300 companies, die alle eine eigene Meinung zum thema Pirateirebekämpfung haben, und es scheinbar nicht wirklich als nötig erachten über die Website ihrer Verbände hinaus mit ihren Kunden zu kommunizieren
vs
Geschätzte 10 Millionen P2P und One-click Webhoster -Nutzer , die jedes bisschen Information Pro P2P und gegen Musikindustrie in Foren, Blogs und Diskussionen euphorisch aufblasen, solange es nur irgendwie ihr Konsumverhalten zu rechtfertigen scheint.
Dadurch entsteht ein stark verzerrtes Bild von der Realität, und auf Basis dieses Bildes ist es sehr sehr schwierig, konstruktiv zu diskutieren.
Aber dein Blog ist hier mal eine punktuell interessante Ausnahme.
Gruß,
Stefan
meint am 15. Mai 2008 um 17:59 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Halo Stefan, schön dich mal wieder zu lesen. Deine Argumente sind immer noch stimmig - seit Jahren - aber auch wieder nur die halbe Miete in meinen Augen. Du hast mir vor Jahren mal vorgerechnet, wie unsinnig aus betriebswirtschaftlicher Sicht mein Webradio wäre. Und genau an dem Punkt möcht ich grad mal ansetzen. Du bemängelst zu Recht fehlende Bereitschaft in einen Dialog zu treten. Um diesen zu ermöglichen, ist es aber unumstößlich notwendig, seinen Gegenüber ernst zu nehmen. Und genau das vermiss ich bei der Musikindustrie und - Achtung - ganz im Besonderen in der ach so hochgelobten Indie- bzw. Alternativszene. Wir wurden und werden immer noch eher als Feind, denn als Partner angesehen, auch wenn sich da durchaus einige wenige Labels zumindest ein Stück weit bewegt haben. Was nützt mir denn eine CD, wenn ich diese doch eh wieder nur in MP3 umwandle, um sie im Webradio zu spielen. Ungeachtet dessen, daß ich für meinen Aufwand noch seitens der GVL dafür zur Kasse gebeten werde - auf den Hinweis an die Labels (bei uns sind das nun ca. 200) schaffen es nur ganz wenige, uns entsprechende Downloads anzubieten. Da brauchts erst so ne coole Socke wie den Leo und seine Promofabrik, daß da im Jahr 2008 endlich auch mal im Dark Bereich was gemacht wird. Und was bietens an? Einzelne MP3…Herr wirf bitte Hirn vom Himmel schießt es mir da durch den Kopf. Oder noch einer - auf die Ankündigung, MP3 via Mail zu verschicken und meinen Einspruch, daß dies nicht im Sinne des Mailtransportprotokolls und auch im Zeitalter von DSL unsinnig ist, passierte…genau: Gar nichts mehr. Entweder ich nehm nen MP3 per Mail entgegen oder ich bekomm halt gar nichts mehr. Und die Dreistigkeit schlechthin ist mir erst vor paar Wochen passiert und ich musste mir auf den Hinweis, daß Vorhören per MySpace nunmal so gar nicht cool ist, anhören, daß wir “Freaks” uns das ja ansonsten eh nur saugen würden…So sorry, aber warum im speziellen ich verdammt sauer auf viele deiner Kollegen bin, kannst du dir verdammt gut denken. Dialog sieht anders aus - aber ihr hattet jahrelang Zeit, es zu lernen und habt es nicht verstanden. Mein Mitleid in der Beziehung hält sich dann enorm in Grenzen, wenns um sinkende Umsätze geht. Da ist ein großer Teil davon hausgemacht…
meint am 15. Mai 2008 um 18:03 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Neben all den negativen Entwicklungen, die es unumstritten seit Jahren gibt, muss doch an dieser Stelle erwähnt werden, dass der Gesamtumsatz an legalen Downloads im Internet stetig steigt und auch das Bewusstsein der Rezipienten und besonders der “richtigen” Fans sich immer mehr in die Richtung bewegt, dass sie gute Künstler auch gerne finanziell unterstützen. Aber eben die Künstler selber und nicht die großen Majors. Ich finde es schön, die momentane Entwicklung im Netz zu beobachten, die Tatsache, dass sich immer mehr Musiker von großen Labels distanzieren und der Trend zur Künstlerselbstvermarktung steigt. Und vor allem, dass es auch Unternehmen gibt, die diese Bewegung und somit junge Bands tatkräftig unterstützen. Besonders aufgefallen sind mir in letzter Zeit die Aktivitäten von Dooload (www.dooload.de). Sie bieten nicht nur den weltweiten digitalen Vertrieb der Musik ihrer Künstler an, sondern unterstützen ihre Künstler in Bereichen der Selbstvermarktung und Kontakaufbau/-pflege - mit ihrer Musikcommunitiy, in der Bands den Kontakt zu ihren wahren Fans pflegen können und über das Angebot verschiedener Promo-Tools, die Künstler kostenlos nutzen können. Letzendlich wird es “die breite Masse” im Musikbereich in ein paar Jahren sowieso nicht mehr geben, wenn überall Recommendation Engines eingesetzt werden, die dem User automatisch die Musik vorschlagen, die ihm gefällt. Aber da genau liegt ja auch die Chance für Indie-Bands, die eben nicht “Musik für Massen” , sondern für eine bestimmte Nische produzieren und Unternehmen, die diese unbekannteren Künstler unterstützen. Und das ist doch durchaus eine positive Entwicklung für den Künstler an sich!
meint am 16. Mai 2008 um 13:53 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
@Falk Merten,
Sorry Falk, aber ich komme mit deiner Argumentation vorne und hinten nicht klar. Wo liegt dein Problem? Etwa darin, dass du bemuserte CDs digitaliseren musst, wenn du sie bemustert bekommst? Mir kommen die Tränen! Und das willst du dann als Unflexibilität der MI verkaufen? Sorry, aber ich sage es mal wie es ist: Internetradios sind (leider) nicht der Nabel der Welt. Und CDs für eine Sendung zu digitaliseren sollte auch nicht so extrem lange dauern.
Och mann, du hast Probleme….
@Gregor Maier
Ich will den Punkt jetzt nicht zu sehr breit treten, abe rich glaube kaum, dass Projekte wie Sellaband und Dooload.de die Zukunft sind.
Und ich glaube auch, dass solche Portale sehr schnell lernen,werden, dass sich kaum jemand für Musik interessiert, wenn sie nicht wirklich professionell gemacht und ansprechend vermarktet wird. Und auf diesem Level sind ungesignte bands meistens nicht. Ohne Musikindustrie wird ein wichtiger filter fehlen.
Ich habe mir das nicht ausgedacht, so entscheidet “der Markt” wie man so schön sagt.
Gruß,
Stefan
meint am 16. Mai 2008 um 14:06 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Stefan, danke für den Beweis, daß wir nicht ernst genommen werden. Vielen, vielen Dank…
meint am 16. Mai 2008 um 14:58 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Wenn du es so verkürzen willst. ich glaube, ich habe gezeigt, dass ich Internetradios durchaus ernst nehme, als ich mit die lange über die GVL-Zahlungen diskutiert habe.
Aber du bist halt nur ein Kanal in einem Promotionmixe aus Presse, Club, Live … und eben Radio , und für Label ist “Zeit” eine begrenzte Ressource.
Und: Auch ich würde jeweils nur einen Track bemustern, wenn ich Radio agnehe. das machen die Majors auch nicht anders…
Wenn du daraus lesen willst, dass du nicht ernst genommen wirst, kann ich das nicht ändern. Ich lese jedoch etwas anderes daraus.
SH
meint am 16. Mai 2008 um 15:13 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Stefan, Aussagen wie “Mir kommen die Tränen!”, “Internetradios sind (leider) nicht der Nabel der Welt.” und “Och mann, du hast Probleme…” wirken nunmal auf mich und eventuell auch den Betrachter selbstgefällig und arrogant. Denn weder hab ich behauptet, mich als Mittelpunkt zu betrachten (höchstens für mich selbst, aber niemals für Andere), noch hab ich gesagt, daß ich damit ein Problem habe. Ich hab lediglich wiedergegeben, was Stand der Dinge 10 Jahre nach Napster ist. Und wer eben solche - und in der Regel mehr als nur nett gemeinte - Hinweise ignoriert oder als nicht ernst zu nehmen betrachtet, der wird von mir eben auch ignoriert werden.
Wo ist denn in Deutschland ein Promoportal, zu dem Medien wie Webradios, Webmagazine Blogs etc. Zugrif hätten? Da fällt mir spontan nur das Musik Promotion Network ein, was auch am Bedarf vorbeirasselt.
Und überleg mal: Du veröffentlichst - sagen wir - 5 CDs monatlich und willst die verbreitet sehen. Klassische Bemusterung kostet CDs, Porto, Verpackung usw. usf. - also ein immenser Kostenfaktor als Label (und Stefan, du müsstest wissen, daß ich diese Seite des Geschäfts auch kenne). Jetzt sag ich - hey, wär doch cool, wenn ihr mir da einen Download bereitstellt. Alle Songs als MP3, die Bandinfo/Releaseinfo dazu, bißchen Fotomaterial etc. - Aufwand für dich als Label inkl. Hochladen: ca. 1-2 Stunden. Interesse bei mir: sehr hoch, da ich sofort reinhören kann und entscheiden kann, obs für uns was ist oder nicht.
Nein, du stellst dich auf den Standpunkt, daß ich doch bitte die 30-50 CDs jeden Monat zu rippen, aus den Waschzetteln eine News zu machen und dann noch den Kram für mein Radio bereitzustellen und zu senden habe (entsprechendes Interesse am Thema vorausgesetzt). Und sagst mir dann, ich hätte ein Problem? Nein, das hast du als Label, weil ich im speziellen hinter mir eine Kiste mit nicht digitalisierten Tonträgern und Unmengen an Papier liegen habe, die den Aufwand für mich nicht rechtfertigen.
Aber um das zu verstehen, müsstest du anfangen, solche Einwände, Ideen oder Vorschläge ernst zu nehmen. Und das scheint mir noch nicht wirklich gegeben.
meint am 16. Mai 2008 um 15:38 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
(off Topic)
@FAlk
Also lediglich in unserer sehr begrenzten Sezne weiss ich, dass sowohl Hardbeat als auch Bluewave (der liebe AV, wenn du den noch kennst) digital bemustern. Ich bin mir sicher, dass es da noch viele weitere firmen gibt.
Aber auch hier wirst du als Radio wahrscheinlich eher mit Einzeltracks bedacht werden, als mit kompletten Alben. Ich als Label würde auch vorzugsweise einzelne Tracks bemuster, und wenndas so ist, dann muss sich der Bemusrte halt damit abfinden, oder einzelne Alben separat anfragen.
Und wenn dir ernsthaft die Bereitschafft fehlt, ein bemustertes Album zu rippen (Zeitaufwand ca. 1-2 Minuten), dann kann ich deine Prioritäten nicht nachvollziehen.
Alleine die Bemusterung an sich ist bereits Wertschätzung des Labels, und im Gegensatz zu dir wollen aber 90% aller Promopartner physisch bemustert werden. Andere Radios wollen auch nicht zwangsläufig komplette Alben haben, sondern scheinbar nur du. Und was das an Zeitaufwand benötigt, kannst du kaum abschätzen. Für eine einzelne Veröffentlichuhng sind das vielleicht zwei Stunden, aber ein durchschnittliches Label veröffentlicht zwanzig VÖs im Jahr, das sind dann bereits netto FÜNF Arbeitstage (Bei einem angenommenen 8 Stunden-Arbeitstag) des Promoters. In der Zeit kannst du wahrscheinlich mehrere Tausend Alben rippen. Und daran willst du jetzt die Unflexibilität der MI belegen?
Sorry, aber das geht hier in die falsche Richung. Und deine Dünnhäutigkeit gegen irgendwelche Aussagen meinerseits (”mir kommen die tränen”) sollte man vielleicht nicht daran messen, wie du in deinem Blog gerne mal gegen die MI austeilst. (Zitat:”Das dann aber DIE Musikindustrie in Form des Chefredakteurs der Musikwoche in feinster Dissmanier zurückschießt, erinnert mich an spielende Kinder, die sich gegenseitig den Ball wegnehmen.”)
Also, “Fuck Art lets kill” ist ja dein Blogmotto, aber wer dich beim “Killen” dabei schief anguckt, der kann sich nebenbei noch Dein Geheule anhören…
Wie gesagt, anhand des Aufrufes des brauchbaren Blogs hier ist dein Beitrag ein gutes Beispiel, wie man es vielleicht NICHT machen sollte, wenn man konstruktive Diskussionen anmahnt. (Ganz abgesehen davon, dass argumentativ eh bei dir Land unter herrscht. Liess’ dir doch mal den hervorragenden Kommentar von Manfred Gillig durch, und versuche ihn zu verstehen anstatt ein, zwei Unterpunkte aus dem Kontext zu reißen und sich dann darüber lustig zu machen.)
Und damit sind wir wieder ON TOPIC; denn genau dieser “Diskussionsstil” führt zu der Pattsituation und den verhärteten Fronten, die kidffm beschrieben hat.
Gruß,
Stefan
meint am 16. Mai 2008 um 15:41 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
@Stefan Herwig:
Ja, dieses Bild sehe ich genauso, das habe ich ja auch so geschrieben. Es gibt hier 2 Fronten die sich überhaupt nicht grün sind, obwohl sie eigentlich an einer gemeinsamen Sache interessiert sein sollten.
Ich weiß was Du meinst, allerdings liegt das eventuell auch daran, dass nicht alle Inhalte solcher Infrastrukturen als illegal einzustufen sind. Ich weiß auch, dass die uneingeschränkten Befürworter von P2P genau damit argumentieren, was in Bezug auf nicht autorisierte Downloads natürlich blödsinn und meistens nicht mehr als eine Verharmlosungstaktik ist.
Aber wie gesagt, trotzdem muss man wissen und anerkennen, dass eben nicht alles illegal ist, was in solchen Infrastrukturen bereit gestellt wird.
meint am 16. Mai 2008 um 16:01 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Zum Teil ja, auf Nachfragen kommen aber dann diese “Freak”-Aussagen.
Siehe oben und die Aussage “muss sich halt damit abfinden” - ja herrje, ich will ja die Musik nicht verkaufen. Ich soll Kaufanreize schaffen (bzw. ich will das sogar) und werd damit abgespeist, daß wir 1(!) Track von 10-16 vorstellen dürfen. Denkst du nicht auch, daß dies nicht funktionieren kann? Vor allem dann nicht mehr, wenn nach der klassischen Bemusterung dann eh der Kram als MP3 weltweit verfügbar ist…
Stefan, deine Annahme geht fehl. Das Rippen mag eventuell nur 5 Minuten dauern. Dann ist das ganze aber noch nicht fertig, weil oft genug fehlen Einträge in diversen Online-DBs oder es ist kein CD-Text vorhanden. Heißt manuell nacharbeiten, die Files taggen und dann noch dem Team und der Redaktion zur Verfügung stellen. Und dann sollte ja wohl zumindest ansatzweise schon klar sein, ob das Thema interessant ist und ich hörs mir hier an. Und das mach dann für die angegebene Anzahl an Releases pro Monat und ich hab schneller als du denkst, deine 5 Arbeitstage allein im Monat damit verbraten. Und da ist noch nicht ein Wort geschrieben, noch keine Rezi erstellt und noch keine Sendung vorbereitet.
Zum Teil schon, in der Gänze spielen noch Unmengen anderer Faktoren eine Rolle. Der größte Unterschied dürfte die Betrachtungsweise sein, Musik als wirtschaftliches oder als kulturelles Gut zu verstehen. Beides in einem Topf passt leider nicht wirklich.
Woraus bezieht du dies und vor allem, wieso glaubst du, mein Seelenleben einschätzen zu können. Aus den paar Sätzen hier? Das find ich anmaßend…
Stefan, wenn du meinst, auf dem Kindergartenniveau eine Diskussion zu gestalten, dann tu das. Ich werd mich aber nicht zu dir in den Sandkasten setzen.
Dito. Hast du auch noch mehr auf Lager als unsachliche Dinge und versuchte persönliche Beleidigungen oder könnten wir uns darauf besinnen, um was es geht?
meint am 16. Mai 2008 um 16:18 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
“Ja, dieses Bild sehe ich genauso, das habe ich ja auch so geschrieben. Es gibt hier 2 Fronten die sich überhaupt nicht grün sind, obwohl sie eigentlich an einer gemeinsamen Sache interessiert sein sollten.”
Was ich halt damit explizit meinte, war, dass man auch die Größenverhältnisse zwischen den Parteien darstellen muss. Wenn die eine Partei aufgrund ihrer zahlenmässigen Überlegenheit halt extrem laut schreit und nur Informationen weiter gibt die ihr selbst entsprechend, findet keine ausgewogene Diskussion statt. Das gleicht lediglich einem regelrechten Propagandafeldzug, der auch die neutrale Wahrnehmung auf das eigentliche Problem entsprechend verstellt: Die Musik kommt in diesem Diskurs zu kurzund die msuikalische Vielfalt und wertschöpfung leidet darunter enorm.
“Aber wie gesagt, trotzdem muss man wissen und anerkennen, dass eben nicht alles illegal ist, was in solchen Infrastrukturen bereit gestellt wird.”
Theoretisch schon, aber praktisch sehe ich kaum legale inhalte, die über P2P getauscht werden. Ich vermag allerdings kaum, Statistiken darüber zu führen. Und: Um lediglich Urlaubsphotos zu tauschen, wird sich keiner eMule - Software ausf den rechner spielen.
Gruß,
Stefan
meint am 16. Mai 2008 um 16:26 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
@Falk
“Zum Teil schon, in der Gänze spielen noch Unmengen anderer Faktoren eine Rolle. Der größte Unterschied dürfte die Betrachtungsweise sein, Musik als wirtschaftliches oder als kulturelles Gut zu verstehen. Beides in einem Topf passt leider nicht wirklich.”
Genau da stimme ich dir nicht zu., Musik war spätestens seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowohl ein Kultur- als auch ein Wirtschaftsgut, und genau die Kombination dieser Faktoren hat zur immensen Sprengkraft beigetragen, die Musk in diesem Zeitraum hatte (und wahrscheinlich auch noch immer hat). Es hat die Popkultur nicht nur beeinflusst sondern wahrscheinlich sogar erst erschaffen, und ebenfals ihren Namen geprägt.
Aber das wollen die viele Nutzer in einer Art verklärter Sozialromnantik nicht wahrnehmen. Dazu muss man auch bemerken, dass die Musikindustrie selbst auc nicht gerade dazu beigetragen haben, diese Realitäten zu vermitteln. Aber DER Zug ist nun wirklich abgefahren.
SH
meint am 16. Mai 2008 um 16:29 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Den ersten Teil von diesem Satz mag ich gern unterschreiben. Ich würde dann allerdings gern den Punkt Wertschöpfung getrennt betrachten. Denn im Grunde ist das Ziel von Kunst respektive Musik zuerst einmal nur, die Menschen da draußen zu erreichen. Auf welchem Weg dies geschieht, sei dahingestellt.
Die Wertschöpfung aus künstlerischer Leistung ist - gesellschaftlich so gewollt und auch akzeptiert - ein berechtigtes Interesse. Allerdings darf gern die Frage gestellt werden, wer an dem Kreislauf überhaupt alles und vor allem in welchem Maße partizipiert, so das am Ende nur noch ein Bruchteil des geschöpften Geldwertes überhaupt beim Künstler landet.
Und im Zeitalter des Internets stellt sich nunmal auch die Frage, ob die Hürde “ich muß Geld bezahlen, um Musik hören zu dürfen” in der bisherigen Form nicht einfach nur obsolet geworden ist.
meint am 16. Mai 2008 um 16:34 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
@Stefan: Ich bin trotzdem - und ich bin beleibe kein Sozialromantiker, geschweige denn hab ich eine ausgeprägt romantische Ader - immer noch der Ansicht, die Aspekte “Geld verdienen mit Musik” und “Kunst erschaffen mit Musik” zu trennen. Das der alte Weg nicht mehr funktioniert und eben aufgrund der sinkenden Verkaufszahlen im physischen Bereich, die Labelarbeit und die der Beteiligten auf der Strecke bleibt, ist klar.
Und trotzdem - oder deswegen? - sehen wir uns einer immensen Zahl an musikalischen VÖs gegenüber und weit über 90% der Künstler weltweit machen Musik, ohne davon leben oder existieren zu können. Der breiten Masse scheint es also dann doch nicht um das Wirtschaftsgut zu gehen und zum Thema Vielfalt findest du bei mir im Blog jede Menge Hinweise auf wirklich - auch qualitativ - hochinteressante Musik.
meint am 16. Mai 2008 um 17:02 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
“Den ersten Teil von diesem Satz mag ich gern unterschreiben. Ich würde dann allerdings gern den Punkt Wertschöpfung getrennt betrachten. Denn im Grunde ist das Ziel von Kunst respektive Musik zuerst einmal nur, die Menschen da draußen zu erreichen. Auf welchem Weg dies geschieht, sei dahingestellt.”
Ja, aber es hilft en Menschen da draussen nicht, wenn sie Musik auf einem gewissen professionellen Level umsonst fordern, und diese Musik auf diesem Level nicht produziert werden kann. Dann zerrt die “Umsonstverbreitungsmentaltitä” nämlich am gesamten Prozess. Glaub’ mir, du willst gar keine Musikszene in der nur Musik herrscht, die Künstler selbst finanzieren, denn da bleibt für Qualität meist nicht viel über.
“Allerdings darf gern die Frage gestellt werden, wer an dem Kreislauf überhaupt alles und vor allem in welchem Maße partizipiert, so das am Ende nur noch ein Bruchteil des geschöpften Geldwertes überhaupt beim Künstler landet.”
Bevor man die Frage einer gerechten Aufteilung von Erlösen stellt, muss man aber genau über die Leistungen und Risiken der Parteien Bescheid wissen. Und glaub’ mir, auch das wollen die meisten Beteiligten nicht. Aber mit dem Verweiss auf eine vermeintlich ungerechte Verteilung lässt es sich umso mehr gewissenfreier saugen. Ich glaube, dass wird häufig als Stellvertreterargument benutzt.
Und wenn alle Künstler von allen Plattenfirmen der Welt ungerecht entlohnt würden, dann käme irgendwann ein findiger Geschäftsmann auf die Idee und würde deutlich mehr bezahlen, als die Konkurrenz. Ergo würden alle Künstler dort unterschreiben. Aber trotzdem ist die relität doch anders. Der MArkt teilt sich auf 1300 LAbel auf, die alle Lizenzen in zumindest ähnlicher Höhe zahlen. Was ist nun wahrscheinlicher: Dass 1300 Label ihre Künstler abzocken, oder dass vielleicht diejenigen, die meinen die Verteilung wäre ungerecht, vielleicht die Massstäbe der Verteilung wenig beurteilen können.
“Das der alte Weg nicht mehr funktioniert und eben aufgrund der sinkenden Verkaufszahlen im physischen Bereich, die Labelarbeit und die der Beteiligten auf der Strecke bleibt, ist klar.”
Nein, das ist überhaupt nicht klar. Derzeit wird die Basis von Wertschöpfung aus geistigen Eigentum im Internet ausgehölt, weil dort Informationen kostenlos kopiert und verrteilt werden können. Das heisst aber nicht, dass dieser Prozess nicht aufzuhalten ist. Ebenfalls beweist es nicht, dass dass Geschäftsmodell mit Musik nicht mehr mehr funktioniert. Es zeigt lediglich, dass das tradiotionelle Urheberrecht im Internet kaum greift und gerne ausgehölt wird - auch aufgrund wirtschaftlicher Interessen dritter.
“Und trotzdem - oder deswegen? - sehen wir uns einer immensen Zahl an musikalischen VÖs gegenüber und weit über 90% der Künstler weltweit machen Musik, ohne davon leben oder existieren zu können.”
Also derzeit sehe ich das - zumindest im Hinblick auf den verweiss auf die eigene Szene - gar nicht so. gerade im EBM/Gothic bereich gibt es seit Monaten kaum noch spannende Alben. oder vielleucht gibt es sie, und sie schaffen es nur nicht mehr, sich durchzusetzen. Wo ist da der Unterschied?
“Der breiten Masse scheint es also dann doch nicht um das Wirtschaftsgut zu gehen und zum Thema Vielfalt findest du bei mir im Blog jede Menge Hinweise auf wirklich - auch qualitativ - hochinteressante Musik.”
Das sehe ich auch anders. Die breite MAsse will lediglich die Musik hören, die ihrim Vorbeigehen aufgedrückt wird. Die erreichst du mit deiner Seite und deinem Radio gar nicht. Wie gesagt, wo ist der Unterschied dazwischen, ob es keine gute Musik mehr gibt, oder ob man Sie nur nicht mehr wahrnimmt, weil alles im ultimativen rauschen des Internets verschwindet?
Ist damit wirklich der Musik - sowohl als Wirtschafts- als auch als Kulturgut - geholfen?
meint am 16. Mai 2008 um 17:21 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Auch da bin ich eher gegenteiliger Ansicht. Wieso muss denn die Qualität der Musik als solches leiden, nur weil sie nicht von einem Verlag oder Label (mit)finanziert wird? Genau an dem Punkt steht dann doch oft genug auch das Manko, daß dann der Geldgeber sich ein Mitspracherecht einräumt. Und wozu das führt sieht doch nun jeder tagtäglich. Oder ist spannende Musik die, die mit viel Aufwand in die Medien gepusht wurde? Ich denke, nein.
Ich schriebs gestern erst - es interessiert den Fan nicht, wer was wo wie finanzert, solang das Ergebnis stimmt. Mit dem Wehklagen um entgangene Erlöse, ohne wirklich mal den Finanzierungskreislauf einer Musikproduktion transparent zu machen, erreicht man auch nicht, die Leute für das Thema zu sensibilisieren. Eher genau das Gegenteil, die von dir auch angesprochene Blockadehaltung.
Ich glaub, der Punkt muss auch sehr sehr differenziert betrachtet werden. Da geh ich völlig mit dir konform, das das bisherige System der Rechteauswertung ja auch gut funktioniert und einigen wenigen Künstlern ein recht angenehmes Einkommen beschert hat. Aber weils immer so war, muss es auf ewig so bleiben? Ich denke nicht und verweise an der Stelle gern nochmals auf Magnatune, die einen vollkommen anderen Weg gehen.
Wenn du mit Dritte, die Schmarozer des Systems meinst, die mit dem unerlaubten Kopieren, Senden und Verteilen von Werken, *Geld machen*, dann stimm ich dir zu.
In der Wahrnehmung. Vor Jahren noch hattest du einige Fixpunkte wie Magazine, Radios, große Webseiten, die Trends erkennt, gesetzt und gepusht haben. Dies ist heutzutage immer weniger der Fall und die meisten (spannenden) musikalischen Themen finden abseits der klassischen Medien statt. Was wiederum zu deren Problem wird, da sie mit sinkenden Leserzahlen zu kämpfen haben. Was nützt mir denn der x-te Hinweis, daß Mr. Reznor ein neues Album für lau rausgekloppt hat, wenn ich nebenan 10 coole Songs von einer bis dato unbekannten Band entdecken kann.
Mein Anspruchsdenken ist auch nicht die Masse oder Quantität :)
meint am 16. Mai 2008 um 17:57 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
wenn man hier so im Büro sitzt und arbeiten muss, dann kann man sich gar nicht in Eure spannende Diskussion einklinken, was sehr schade ist.
@Falk Merten:
Solange die Hürde “ich muss Geld bezahlen um professionell Musik produzieren und bewerben zu können” besteht, wird auch die Hürde “ich muss Geld bezahlen um Musik hören zu dürfen” bestehen. Wobei das für mich keine Hürde ist.
Ich kenne ja nun auch einige Bands persönlich, wohlgemerkt Rockbands, keine Computertüfftler. Bei diesen Bands kostet es schon Geld überhaupt einen Übungsraum zu betreiben. Auch Equipment kostet Geld, aber okay, diese beiden Punkte sind eben Hobbie.
Wenn man dann aber ein wirklich gut klingendes Album produzieren möchte, sind diese Kosten nicht mehr aus der Portokasse zu bezahlen, das kostet richtig Asche.
Dann muss das Album noch gepresst werden, was ebenfalls eine Stange Geld kostet. Dann hat man aber auch noch kein einziges Exemplar an die üblichen “Aufmerksamkeitserzeuger” (Magazine, Radios, Blogs, usw.) geschickt. Okay, Blogger reichen meist Links zu MP3, aber das komplette Album exisitiert eben nicht im Web als MP3, weil es das nicht soll. Die Bands würden sich nämlich sehr freuen, wenn man ihnen einige Exemplare ihrer CD abkauft. Das passiert nur leider viel zu wenig um damit auch nur annähernd die Produktionskosten decken zu können.
Es kostet diese Bands sogar Geld nur ein paar Gigs zu spielen, denn es muss ein Auto gemietet werden und die Freiberufler unter den Musikern verdienen an diesen Tagen kein Geld. Die anderen müssen sich nur Urlaub nehmen. Einnahmen über die Gigs sind auch meist Fehlanzeige, ganz selten gibt ein Veranstalter mal 250 Euro für eine 4 köpfige Band aus.
In diesem Stile könnte man noch eine Menge mehr an Kosten nennen, die eine Band eben so haben kann. Und ich denke hier noch nicht mal in die Richtung Musikvideo oder so.
Musik zu produzieren kostet Geld! Das kann man nicht wegdiskutieren. Und es gibt nunmal eine Menge Musiker die keine Lust darauf haben, ihre für viel Geld produzierten Songs kostenlos zu verbreiten. Auch das ist Fakt. Die Musiker die ich kenne, denken alle so.
Wenn diese Musiker kein Geld zur Verfügung haben um eine Album zu produzieren, oder wenn sie in der Zeit, in der sie auch Musik machen könnten, arbeiten müssen, um ihre Miete und ihr Leben zu finanzieren, dann werden sie kein Album mehr produzieren können. Dann gibt es nichts mehr zu kopieren, aber es gibt dann auch nichts mehr zu hören.
Es ist schon schlimm genug, dass für viele Menschen Musik nichts mehr Wert ist. Aber das darf so nicht weiter gehen. Vor allem darf das nicht pauschalisiert werden. Leider befinden wir uns gerade auf diesem Weg. Dies wird bedeuten, dass die Qualität immer weiter abnehmen wird, bis nur noch billige Massenware zu hören ist. Ich zumindest möchte das nicht.
meint am 16. Mai 2008 um 18:17 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Für dich vielleicht nicht, für mich auch nicht - aber auch dies kann eben so nicht verallgemeinert werden und mein eigenes Handeln als gegeben hingenommen werden. Vor allem wag ich immer noch die recht steile These, daß sich Musik auch und erst dann verkauft, wenn sie eine gewisse Verbreitung gefunden hat. Dazu gibt das Netz nur eine von vielen Möglichkeiten neben “sich den Arsch abspielen in Jugendclubs” oder Unmengen an Geld in Werbung und Promotion zu investieren. Aus dem Kreis “wir verkaufen nichts, weil uns keiner kennt und niemand uns wahrnimmt” muss nunmal jede Band raus, wenn sie ihr Hobbie zum Beruf machen möchte. Und hier bestreit ich keineswegs den Anteil, den Musiklabels daran hatten und haben.
Ich glaube, bis auf wenige Ausnahmen, will das auch gar niemand. Nur ist man sich dann hinsichtlich des Umgangs mit der jetzigen Situation recht uneins und sieht kaum Möglichkeiten, aus dieser Abwärtsspirale auszubrechen.
Leider hab ich die letzten Jahre seitens der Interessenvertretungen der Musikindustrie aber eben nur solche Pauschalisierungen wahrgenommen. Kann an mir liegen, muss aber nicht.
meint am 23. Mai 2008 um 14:55 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
[quote]test[/quote]
meint am 23. Mai 2008 um 15:13 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Kurze Frage and den Blogbetreiber:
Wie nutze ich denn hier die Zitierfunktion? Behelfe mir derzeit mit weniger hilfreichen “Gänsefüsschen”:
“Ich schriebs gestern erst - es interessiert den Fan nicht, wer was wo wie finanzert, solang das Ergebnis stimmt.”
“Mit dem Wehklagen um entgangene Erlöse, ohne wirklich mal den Finanzierungskreislauf einer Musikproduktion transparent zu machen, erreicht man auch nicht, die Leute für das Thema zu sensibilisieren. Eher genau das Gegenteil, die von dir auch angesprochene Blockadehaltung.”
Häh? Damit hast du in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen genau das Gegenteil behauptet. Was stimmt denn nun, muss der Kreislauf deiner Meinung nach transparent gemacht werden, oder nicht?
“Ich glaub, der Punkt muss auch sehr sehr differenziert betrachtet werden. Da geh ich völlig mit dir konform, das das bisherige System der Rechteauswertung ja auch gut funktioniert und einigen wenigen Künstlern ein recht angenehmes Einkommen beschert hat. Aber weils immer so war, muss es auf ewig so bleiben? Ich denke nicht und verweise an der Stelle gern nochmals auf Magnatune, die einen vollkommen anderen Weg gehen.”
Ich habe nie gesagt, dass ALLES 100% so bleiben muss, wie es derzeit ist. Aber zu behaupten ein Geschäftsmodell wäre komplett gescheitert, wie du es dann ein paar Posts weiter oben getan hast, ist doch unwahr.
Derzeit ist das Problem des Geschäftsmodells nicht, dass es AN SICH nicht mehr funktioniert, sondern dass die exklusive Basis dafür im Internet schlicht und einfach fehlt. Das Problem haben nicht die Musikfirmen, sondern Filmfirmen und in Kürze werden es auch Buchverläge, Schriftsteller und Fernsehsender haben. Alle diese Firmen stützen sich auf das Urheberrecht, und fordern eine vernünftige Umsetzung im Internet. Wenn das Geschäftsmodell der MI obsolet ist, dann sind es die Geschäftsmodelle von Buchverlägen oder Filmstudios und Fernsehsender auch, denn das Modell ist eigentlich identisch, nur das Produkt ist ein anderes.
Und: wenn du gerne “differenziert betrachtest”, wie du es selbst forderst, dann tu’ das doch bitte auch in deinen Posts, die waren bisher eher verallgemeinernder Natur.
“Mein Anspruchsdenken ist auch nicht die Masse oder Quantität :)”
Es geht hier aber nicht um DEIN Anspreuchsdenken, sondern darum, wie die Masse der Kunden Musik kaufen will, und auch wie sie Musik entdecken will. Kann schon sein, dass 1% der Nutzer das gerne über Internet-Radiostationen machen, aber man sollte als Macher dieser Radiostationen auch einfach realisieren, dass man 99% dieser Leute eben (bisher) nicht erreicht. Deswegen kann man sich nicht hinstellen, und diese Lösung (oder auch Modelle wie Magnatune) als Zukunftmodelle hinstellen, und die derzeitige MI und deren Promotionkanäle, die eben diese 99% des Publikums ereichen und bedienen als obsolet hinstellen.
Du bist leider nicht der Nabel der Welt, Falk, und das solltest du vielleicht mal realiseren. Davon würde auch die Qualität deiner Argumentation sicherlich besser werden.
Gruß,
Stefan
meint am 23. Mai 2008 um 15:43 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Kann man so sehen, muss man aber nicht. Denn der Musikkonsum hat doch erstmal gar nichts mit den Umsatzeinbrüchen zu tun, außer das eventuell Musik eben mittlerweile auf anderem Weg “erworben wird. Wieso wirfst du denn sowas immer genau in einen Topf und unterstellst mir ein paar Sätze weiter, ich würde nicht differenzieren? Meiner Aussage, daß es den Fan nicht interessiert, wer wieviel wo und an wen bezahlt hat, außer das Bezahlen betraf seinen eigenen Geldbeutel, bleibt doch deswegen noch genauso stehen, wenn ich darauf hinweise, daß eine Sensibilisierung (die will ja nicht der Musikkonsument, sondern die Anbieter) nur stattfindet, wenn solche Geschäftsabläufe transparent sind. Wo du da einen Widerspruch siehst, bleibt mir grad unverständlich…
Da kommen wir doch der Sache näher - also siehst du doch auch mitnichten Musik als ein Kulturgut an, sondern eher als eine exklusive Veranstaltung, oder deute ich das grad falsch? Und in meinem Verständnis schadet Exclusivität mehr der kulurellen Vielfalt, als freie Verfügbarkeit von Kunst. Das dehn ich dir auch gern auf die Bereiche Film, Theater, Kunstausstellungen etc. pp aus, wenn du das möchtest. Und für viele ist sowas nunmal eben nur nebensächlich, egal für wie wichtig du oder ich das erachten.
Soll ich ein Buch schreiben, sorry Stefan, aber diese Erwartungshaltung möcht ich nicht in solchen Diskussion erfüllen, bis ins kleinste Detail meinen Standpunkt klarzumachen. Ich versuch schon deutlich rüberzubringen, doch fehlt mir der Glaube immer noch, daß du mich ernst nimmst.
Geht es doch, denn wenn hier wer mit dir diskutiert, dann wohl ich. Und ich kann nunmal nur für mich sprechen und Dinge ansprechen, die ich erlebt, beobachtet habe. Oder meine Konsequenzen und Schlüsse aufzeigen, die ich selbst gezogen habe. Wenn du mit Max reden wollst, dann darfst du nicht den Falk fragen, der weiß nicht, was in dem Max seinem Kopf vorgeht.
Stefan, nochmal ganz langsam für dich: Der einzige der hier behauptet, daß ich der Nabel der Welt wäre und mich als solchen sehe, bist derzeit du. Ich weiß nicht, woher du das nimmt, was dich treibt so unsachlich zu argumentieren, aber für mich ist an der Stelle der Ofen aus, weil du dir scheinbar nicht mal die Mühe machst, das verstehen zu wollen. Da brauch ich dann auch nicht weiter diskutieren - du hast Recht und ich meine Ruhe…Sorry, aber das mein ich mit Kindergarten, andere als dumm hinstellen zu wollen.
meint am 23. Mai 2008 um 16:22 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
@Stefan Herwig:
Hallo Stefan, dein Versuch war schon fast richtig. Anstatt [quote] musst du allerdings
< blockquote > und < / blockquote > nutzen. Natürlich ohne Leerzeichen. Mit dem Pfeilicon neben der Uhrzeit kann man sich übrigens auch auf einen bestimmten Kommentar beziehen und in der Antwort wird dann auch zu diesem Kommentar gelinkt.
meint am 23. Mai 2008 um 16:35 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
@Falk Merten:
“Da kommen wir doch der Sache näher - also siehst du doch auch mitnichten Musik als ein Kulturgut an, sondern eher als eine exklusive Veranstaltung, oder deute ich das grad falsch? Und in meinem Verständnis schadet Exclusivität mehr der kulurellen Vielfalt, als freie Verfügbarkeit von Kunst. Das dehn ich dir auch gern auf die Bereiche Film, Theater, Kunstausstellungen etc. pp aus, wenn du das möchtest. Und für viele ist sowas nunmal eben nur nebensächlich, egal für wie wichtig du oder ich das erachten.”
Nein, das deutsest du falsch. jeder kann Musik machen, produzieren, bewerben und verkaufen (oder verschenken) wie er es für lustig erachtet, SOLANGE er die rechte dafür innehat. Das sagt das Urheberrecht. Wenn ein Musiker also nach einem Lottogewinn ein Album für 500.000 € produzieren lässt, und die CD dann an alle HAushalte Niedersachsens (oder Hessens) schicken will, dann kann er das tun. Er kann auch entscheiden, seine Musik nicht zu veröffentlichen. Oder er kann entscheiden, seine Musik einem Label anzubieten. Es ist seine Sache, er ist der Urheber. Insofern ist Musik also keine “Exklusive Veranstaltung”. Was jedoch nicht geht - derzeit aber in MAssen praktiziert wird - ist es, Künstlern und Firmen die diese rechte innehaben und in Form von Tonträgern oder Downloads verkaufen wollen einfach zu “enteignen”, sich die Aufnahmen einfach zu “Nehmen”. Du nennst es in dem Falle “erwerben” ich würde es eher “klauen/rippen” nennen.
Wenn du mienst, dass freie, ungesignte Musik ohne Unterstützung von Plattenfirmen dein DIng ist, dann kannst du dich gerne in myspace oder last.fm auf die Suche machen und nur noch diese Musik - meit Einverständnis der Urheber versteht sich - hören und vorstellen.
Aber das passiert doch nicht. Alle proppagieren “Freie Musik im Internet”, aber sie bedienen sich nicht der Musik, die irgendwelche Demobands frei ins Internet stellen, sondern sie wollen die Musik saugen, die ihnen von Plattenfirmen schmackhaft gemacht wird.
Warum wohl? Denn irgendwie sehe ich nicht, dass “freie Musik im Internet” zu besonderer Wertschöpfung führt, eher im Gegenteil. Wie Francis auch sagt, führt freie, selbstproduzierte Musik meist eher zu einer ENTWERTUNG von Musik.
Insofern ist Musik KEIN exklusives Gut, aber die Musik, bei denen Künstler und Label verkaufen wollen, ist scheibar die Musik, die 95% der Leute hören wollen. Irgendwie ist die Musik der durchschnittlichen plattenfirma also deutlich besser, als die Musik, die Künstler selbst veröffentlichen. Und da acht übrigens Nine Inch Nails keine Aufnahme, denn die beiden Alben die er selbst ins Netz produziert hat sind GRÜTZE. Und Tom York von Radiohead hat gesagt, dass man nicht nochmal ein Album verschenken wird.
Also, wer FREIE Musik im Internet propagiet, soll auch freie Musik hören, und sich nicht dann mit Hinweis auf freie Musik an GESCHÜTZTER Musik vergreifen. Aber genau das passiert.
Und ich will diesen Anspruch garnicht erst auf Film, Theater und Buch ausdehnen, denn ohne das Urheberrecht gäbe es keinen Harry Potter, keine Simpsons, keinen Herrn Der ringe und kein Coldplay.
Ich würde ungern diese Marken gegen selbstproduzierte Youtube-filmchen von irgendwelchen Laienschauspielern tauschen, noch Bücher von Frank Schätzing oder Charlotte Roche gegen deinen Blog. Das heisst nicht, dass du deinen Blog nicht machen sollst, aber darauf läuft doch deine Forderung raus: Dass selbstproduzierte Hobbygrütze in Film, Musik und Fernsehen besser ist als Professionelles Entertainment. Das hat Francis erkannt, du wehrst dich aber noch mit sozialromantischen Verklärungen, wie die Mär dass nur 100% vom Künstler stammende Kunst “bessere Kunst” ist, und dass sobald ein verwerter dran hängt, die Musik zusammengestrichen wird.
Die Musikindustrie hat uns die letzten vierzig Jahre mit einer reichen Pallette an Bands von Indiependent bis Chartpop unterhalten, und zur Kulturlandschaft beigetragen, aber das scheint irgendwie an Dir vorbeigegangen zu sein. Alle diese CDs hatten auch den Einfluss von A&Rs und Produktmanagern überlegt, und es waren - und sind - einige verdammt gute Alben dabei, wenn ich das mal so sagen darf.
>>Es geht hier aber nicht um DEIN Anspreuchsdenken<<
“Geht es doch, denn wenn hier wer mit dir diskutiert, dann wohl ich. Und ich kann nunmal nur für mich sprechen und Dinge ansprechen, die ich erlebt, beobachtet habe. Oder meine Konsequenzen und Schlüsse aufzeigen, die ich selbst gezogen habe. Wenn du mit Max reden wollst, dann darfst du nicht den Falk fragen, der weiß nicht, was in dem Max seinem Kopf vorgeht.”
Sorry, aber so kann man nicht diskutieren, wenn du selbst vergisst, in welchem Kontext Statements von dir ursprünmglich verwendet wurden, und sie dann in einen anderen Kontext setzt. Nur wenige Posts vorher schriebst du:
“Der breiten Masse scheint es also dann doch nicht um das Wirtschaftsgut zu gehen und zum Thema Vielfalt findest du bei mir im Blog jede Menge Hinweise auf wirklich - auch qualitativ - hochinteressante Musik.”
Und diese Aussage war in dem Zusammenhang geschrieben, dass diese Blogs wie Deiner und Modelle wie Magnatune neue Zukunftsmodelle für Musikvermarktung seien. Und ich schrieb daraufhin, dass diese neuen Modelle leider nur 1% des Marktes erreichen, und dann schreibst du oben, dass deine Musikmeinung nur deinen Geschmack repräsentiert.
Wenn du also selbst vergisst, in welchem Kontext du deine Aussagen triffst (Zukunftsmodell für Musikvermarktung) , und dann ein paar Posts später, dieselbe Aussage in einen komplett anderen Kontext stellst (deine Musikexpertise ist nur für dich relevant), so änderst du die Aussage an dich. Und so kann man leider nicht diskutieren. Deswegen auch die etwas geringschätzigen Äusserungen über deine Perspektive.
Auf jeden Fall kommen wir so nicht weiter, was das erkannte Problem von Francis angeht:
Keine einfachen Lösungen für komplexe Probleme! Und bitte immer schön im Kontext diskutieren.
Stefan
meint am 23. Mai 2008 um 16:36 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
meint am 23. Mai 2008 um 16:36 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Ah ja, vielen Dank, jetzt funzt es. :-)
meint am 23. Mai 2008 um 16:50 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Zur besseren Übersicht stelle ich dann auch mal meinen letzten Kommentar mit Zitaten und in korrigierter Fassung nochmal ein:
@Falk Merten:
Nein, das deutest du falsch. jeder kann Musik machen, produzieren, bewerben und verkaufen (oder verschenken) wie er es für lustig erachtet, SOLANGE er die Rechte dafür innehat. Das sagt das Urheberrecht.
Wenn ein Musiker also nach einem Lottogewinn ein Album für 500.000 € produzieren lässt, und die CD dann umsonst an alle Haushalte Niedersachsens (oder Hessens) schicken will, dann kann er das tun. Er kann auch entscheiden, seine Musik garnicht zu veröffentlichen. Oder er kann entscheiden, seine Musik einem Label anzubieten. Es ist seine Sache, er ist der Urheber.
Insofern ist Musik also keine “Exklusive Veranstaltung”. Was jedoch nicht geht - derzeit aber in Massen praktiziert wird - ist es, Künstlern und Firmen die diese Rechte innehaben und in Form von Tonträgern oder Downloads verkaufen wollen einfach zu “enteignen”, sich die Aufnahmen einfach zu “Nehmen”. Du nennst es in dem Falle “erwerben” ich würde es eher “klauen/rippen” nennen.
Wenn du also meinst, dass freie, ungesignte Musik ohne Unterstützung von Plattenfirmen dein DIng ist, dann kannst du dich gerne in myspace oder last.fm auf die Suche machen und nur noch diese Musik - mit Einverständnis der Urheber versteht sich - hören und in deinem Radio vorstellen.
Aber das passiert doch eben nicht.
Alle propagieren “Freie Musik im Internet”, aber sie bedienen sich nicht der Musik, die irgendwelche Demobands frei ins Internet stellen, sondern sie wollen die Musik saugen, die ihnen von Plattenfirmen schmackhaft gemacht wird.
Warum wohl?
Irgendwie sehe ich nicht, dass “freie Musik im Internet” zu besonderer Wertschöpfung führt, eher im Gegenteil. Wie Francis auch sagt, führt freie, selbstproduzierte Musik meist eher zu einer ENTWERTUNG von Musik.
Insofern ist Musik KEIN exklusives Gut, aber die Musik, bei denen Künstler und Label verkaufen wollen, ist scheinbar die Musik, die 95% der Leute hören wollen. Irgendwie ist die Musik der durchschnittlichen Plattenfirma also deutlich besser, als die Musik, die Künstler selbst veröffentlichen. Und da macht übrigens Nine Inch Nails keine Aufnahme, denn die beiden Alben die er selbst ins Netz produziert hat sind bezeichnenderweise größtenteils GRÜTZE. Und Tom York von Radiohead hat gesagt, dass man nicht nochmal den fehler machen wird und ein Album einfach verschenken wird.
Also, wer FREIE Musik im Internet propagiet, soll auch freie Musik hören, und sich nicht dann mit Hinweis auf freie Musik an GESCHÜTZTER Musik vergreifen. Aber genau das passiert.
Ich will diesen Anspruch auch nicht erst auf Film, Theater und Buch ausdehnen, denn ohne das Urheberrecht gäbe es keinen Harry Potter, keine Simpsons, keinen Herrn Der ringe und kein Coldplay.
Ich würde ungern diese Marken gegen selbstproduzierte Youtube-Filmchen von irgendwelchen Laienschauspielern tauschen, noch Bücher von Frank Schätzing oder Charlotte Roche gegen Deinen Blog. Das heisst nicht, dass du deinen Blog nicht machen darfst, aber darauf läuft doch deine Forderung raus: Dass selbstproduzierte Hobbygrütze in Film, Musik und Fernsehen besser ist als professionelles Entertainment.
Dass das so nicht geht, weil sich das Entertainment dass wir gerne sehen, leide rnicht umsonst produzieren lässt hat Francis erkannt, du wehrst dich aber noch mit sozialromantischen Verklärungen, wie die Mär dass nur 100% vom Künstler stammende Kunst “bessere Kunst” ist, und dass sobald ein verwerter dran hängt, die Musik zusammengestrichen wird.
Die Musikindustrie hat uns die letzten vierzig Jahre mit einer reichen Pallette an Bands von Indiependent bis Chartpop unterhalten, und zur Kulturlandschaft beigetragen, aber der Beitrag der Musikindustrie dazu scheint irgendwie an Dir vorbeigegangen zu sein. Alle diese CDs hatten auch den Einfluss von A&Rs und Produktmanagern überlebt, und es waren - und sind - einige verdammt gute Alben dabei, wenn ich das mal so sagen darf.
Sorry, aber so kann man nicht diskutieren!
Wenn du selbst vergisst, in welchem Kontext Statements von dir ursprünmglich getätigt wurden, und du sie dann ein paar Posts später in einen anderen Kontext setzt. Nur wenige Posts vorher schriebst du:
“Der breiten Masse scheint es also dann doch nicht um das Wirtschaftsgut zu gehen und zum Thema Vielfalt findest du bei mir im Blog jede Menge Hinweise auf wirklich - auch qualitativ - hochinteressante Musik.”
Und diese Aussage war in dem Zusammenhang geschrieben, dass diese Blogs wie Deiner und Modelle wie Magnatune neue Zukunftsmodelle für Musikvermarktung seien. Und ich schrieb daraufhin, dass diese neuen Modelle leider nur 1% des Marktes erreichen, und dann schreibst du oben, dass deine Musikmeinung nur deinen Geschmack repräsentiert.
Wenn du also selbst vergisst, in welchem Kontext du deine Aussagen triffst (Zukunftsmodell für Musikvermarktung) , und dann ein paar Posts später, dieselbe Aussage in einen komplett anderen Kontext stellst (deine Musikexpertise ist nur für dich relevant), so änderst du die Aussage an sich. Und so kann man leider nicht diskutieren. Deswegen auch die etwas geringschätzigen Äusserungen über deine eingeschränkte Perspektive.
Auf jeden Fall kommen wir so nicht weiter, was das erkannte Problem von Francis angeht:
Keine einfachen Lösungen für komplexe Probleme! Und bitte immer schön im Kontext diskutieren.
Stefan
meint am 23. Mai 2008 um 23:56 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Stefan, mal einer für dich: http://www.darkerradio.com/free-music-charts/
Aber du darfst mich gern weiter auf einige wenige Dinge und meine private Spielwiese (Blog) reduzieren…ich mags grad echt nicht mehr weiter diskutieren. Und es tut mir echt leid, daß ich da evtl. zu einer Minderheit gehöre, hier aber ständig in den Topf mit “allen” geworfen werde…
meint am 24. Mai 2008 um 00:38 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
@Falk Merten:
Ich werfe dich nicht in einenj topf mit allen anderen, und es muss dir auch nicht leid tun, zu einer Minderheit zu gehören. Anderen Leuten gute Musik fernab vom inastream empfehlen zu wollen ist eine Sache vor der ich viel Respekt habe.
Aber in der Argumentation über die MI solltest du vielleicht mal die ganzen Vorutteile über Bord werfen und realisieren, dass wirklich gute Musik nur extremst selten an einem Laptop alleine produziert wird, sondern meistens sehr viel Arbeit und auch Kapital dahintersteckt. Alleine schon das Abmischen udn P?roduzieren von musik ist eine hiochspezialisierte Jkunst, die NIEMAND ohne jahrelange Erfahung zufriendenstellend ausüben kann.
Wie soll dann also die Produktion, und - mindestens ebenso wichtig - die Bewerbung von Musik ohne Finanzierung und professionelle Unterstützung funktionieren? die Antwort bist du immer noch schuldig geblieben, und auf Basis von creative Commons lassen sich auch diese Fragen nicht lösen.
Auch Das Potato System vom Fraunhofer institut - um mal ein populäres Beispiel zu nennen - scheint nicht zu realisieren, dass für erfolgreiche Musik auch eine Nachfrage erezugt werden soll - und Künstler sind meistens ziemliche Nieten darin, nachfrage nach ihrer eigenen Musik zu generieren. Erreiocht wird dadurch also kaum was.
Und last not least:
Ich werfe dich nicht mit anderen in einen Topf, aber argumentativ machst du ähnliche Fehler wie alle anderen, wenn du die Mechanismen nach denen sich Wertschöpfung durch Musik kreieren lässt einfach ignorierst. “Gute Musik alleine” ist da leider nicht ausreichend. Ich wünschte es wäre so, aber der Markt fällt da schon seit Jahren andere Entscheidungen.
Schade finde ich es, dass du scheinbar nicht in der Lage bist an der Sache zu diskutieren. Ganz oben wirfst du verantwortlichen der MI vor, dass sie verlernt haben, zuzhören, aber in wirklichkeit ist es doch so, dass du dich selbst einer vernünftigen Argumnentation nicht stellen kannst.
Stefan
meint am 24. Mai 2008 um 01:38 Uhr | Auf diesen Kommentar antworten
Okay, auch wenn ich grad dem Francis geschrieben habe, daß ich aus der Diskussion eigentlich raus bin - vielleicht sollten wir die ernsthaft besser bei einem Bier am Tisch und persönlich fortführen - werd ich nochmal kurz antworten.
Dessen bin ich mir mehr als bewußt. Das steht auf meiner Agenda genauso drauf, wie alles andere, was ich weiter oben versucht habe, rüberzubringen. Der Kostenfaktor ist und bleibt ein Punkt, der nicht vernachlässigt werden kann und darf. Oder um mal in den Worten einer Band zu sprechen, mit denen ich derzeit zusammenarbeite “…even if money is and will stay the heart of the system…”. Recht hat er und das bestreit ich doch auch gar nicht und grad bei Rockmusik reden wir oftmals noch von ganz anderen Voraussetzungen und Größenordnungen, als bei elektronischer Musik. Die Frage, wie solch eine Vorproduktion oder Produktion zu stemmen ist, mit welchen Mitteln - die steht latent im Raum…auch hier bei mir.
Andererseits, wenn nur dieser Faktor betrachtet und Musik danach bewertet wird, wie schnell und zuverlässig sie diese Kosten wieder einspielen kann, geht ein jeder das Risiko ein zu verflachen. Und genau dies meine ich in den letzten Jahren durchaus beobachtet zu haben und kritisiere es dementsprechend. Und diese Kritik erweiter ich dann durchaus auf die Medien - die eben dieser Verflachung, ob der Entscheidung, kostendeckend Programme zu gestalten oder Magazine zu veröffentlichen, die durch Werbepartner finanziert werden, nicht nur begünstigten, sondern gleichsam auch forcierten.
Überhaupt nicht. Die Aufgabe ist in meinen Augen doch eigentlich, dieses professionelle Umfeld zu schaffen, um auf sich aufmerksam zu machen. Ich schrieb das etwas weiter oben schon, daß dies doch vorerst das Ziel sein sollte, Aufmerksamkeit zu generieren. Nun kann dies natürlich mit finanziell hohem Aufwand durchaus forciert werden, aber dies ist auch für mich nicht das Gelbe vom Ei. Weil dann wieder der Effekt eintritt, daß nur das bekannt wird, wo am meisten Geld investiert wird. Lehn ich für mich ab. Und Creative Commons ist keine Antwort auf irgendwelche Fragen, sondern lediglich ein Hilfsmittel auf dem Weg, Kunst zu verbreiten. Sonst nichts. Allerdings gibt es durchaus wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit dem Gedanken beschäftigen, die Menschen darüber selbst entscheiden zu lassen, wieviel eine Ware oder Dienstleistung ihnen wert ist. Effekt: Der durchschnittlich gezahlte Preis sinkt, der Umsatz steigt, weil mehr Menschen auf das Angebot aufmerksam werden. Kann so klappen, muss aber nicht.
Aber gerade im Indiebereich reden wir hier von Nischen, die *langfristig* besetzt werden sollen. Und genau das ist die Richtung, aus der ich das sehe. Nicht die breite Masse, sondern eine eher kleinere Zahl an Individualisten, die oftmals schon allein nur des Prinzips der Verbreitung / Vermarktung der Musik, diese Angebote bezahlen. Soll solche Menschen geben…
Da muss ich dir mehr als uneingeschränkt zustimmen und genau dies eröffnet für dich als Label doch auch einen Geschäftsbereich, der lohnenswert sein kann.
Ich ignoriere sie nicht, ich versuche sie zu umgehen (aushebeln wird mir nicht gelingen). Umgehen, um die Menschen zu erreichen, die für solcherlei Dinge durchaus noch empfänglich wären, aber bisher nichts entsprechendes entdecken konnten. Die breite Masse hab ich dabei ernsthaft nicht im Blick, wie ich oben schon schrieb. Und das mein ich tatsächlich auch so, wie ich das sage.
Ich weiß.